GFK-Zugang zum historischen Visitationskloster in Kraainem
In Kraainem, nahe Brüssel, wird das historische Visitationskloster umfassend restauriert und einer neuen Nutzung zugeführt. Das denkmalgeschützte Kloster wurde zwischen 1928 und 1930 nach den Plänen des Architekten und Benediktinermönchs Dom Paul Bellot errichtet und ist für seine charakteristische Backsteinarchitektur bekannt.
Nach dem Weggang der letzten Ordensschwestern erhält das weitläufige Klostergelände eine neue gesellschaftliche Nutzung. Bei der Neugestaltung stehen der Erhalt der historischen und architektonischen Qualitäten im Mittelpunkt. Gleichzeitig wird der Komplex für neue Nutzer angepasst und zugänglich gemacht.
Die Situation
Die Umnutzung erfordert nicht nur Anpassungen an den Gebäuden, sondern auch eine sichere und funktionale Erschließung der verschiedenen Bereiche des Komplexes. Dabei müssen die bestehende Architektur, die unterschiedlichen Höhenniveaus rund um das Gebäude sowie der Denkmalschutz berücksichtigt werden.
Für den dauerhaften Zugang zum Komplex wurde daher eine maßgeschneiderte Lösung benötigt, die sich an den verfügbaren Raum sowie an unterschiedliche Formen und Höhenniveaus anpassen lässt, ohne unnötig schwere Konstruktionen hinzuzufügen.
Die Herausforderung
Eine herkömmliche Zugangskonstruktion aus Stahl oder Beton wäre relativ schwer und würde in der Regel umfangreichere Tragkonstruktionen und Fundamente erfordern. In einer historischen und denkmalgeschützten Umgebung ist es jedoch besonders wichtig, bauliche Eingriffe so weit wie möglich zu begrenzen.
Gleichzeitig musste der neue Zugang für eine dauerhafte und intensive Nutzung geeignet sein. Die Konstruktion sollte sicher, langlebig und wartungsarm sein und sich an die Geometrie des bestehenden Klosters sowie an die neu gestalteten Außenanlagen anpassen.
Die Kombination aus Denkmalschutz, maßgeschneiderter Konstruktion, begrenzter Bauhöhe, unterschiedlichen Formen und einer nachhaltigen Materialwahl machte dieses Projekt zu einer besonderen Planungsaufgabe.
Unsere Lösung
Janson Bridging Belgium wurde mit der Planung, statischen Berechnung, Lieferung und Montage permanenter Zugangsdecks aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) beauftragt.
Für diese Anwendung wurde eine maßgeschneiderte Lösung auf Basis unseres JFB-Brückenkonzepts gewählt. Die Konstruktion besteht aus fünf separaten vorgefertigten GFK-Decks, ergänzt durch mehrere Treppenstufen.
Zusammen haben die Decks eine Gesamtlänge von rund 33 Metern und eine durchschnittliche Breite von etwa 2 Metern. Durch die unterschiedlichen Formen der Elemente kann die Konstruktion präzise an die Gegebenheiten rund um das bestehende Gebäude angepasst werden.
Die vorgefertigten Decks werden als monolithische GFK-Konstruktionen ausgeführt und mit einer verschleißfesten, rutschhemmenden Oberfläche versehen, die einen sicheren und komfortablen Zugang gewährleistet.
Janson Bridging Belgium ist im Rahmen des Projekts verantwortlich für:
- Planung und Engineering der GFK-Decks;
- statische Berechnungen;
- Planung und statische Berechnung der gesamten Unterkonstruktion;
- Produktion und Lieferung der vorgefertigten Elemente;
- Montage und Installation vor Ort.
Die Anwendung
GFK eignet sich besonders gut für diese Art von dauerhaftem Zugang. Das Material verbindet ein geringes Eigengewicht mit hoher Festigkeit, ist korrosionsbeständig und erfordert vergleichsweise wenig Wartung. Das geringe Gewicht reduziert zudem die Belastung der darunterliegenden Konstruktionen und ermöglicht es, große Teile vorzufertigen und anschließend effizient vor Ort zu montieren.
Dank der großen Gestaltungsfreiheit von GFK konnten die verschiedenen Zugangsdecks gezielt an die Geometrie des Klosters und die umliegenden Außenanlagen angepasst werden.
So entsteht am historischen Visitationskloster eine langlebige, wartungsarme und zukunftssichere Zugangslösung, bei der moderne Verbundwerkstofftechnologie mit dem respektvollen Umgang mit dem bestehenden Kulturerbe verbunden wird.
Einzelheiten zum Projekt